Perspektivierung des körperlichen Befindens in Deutsch und Igbo
Abstract
Körperliches bzw. emotionales Befinden betrifft viele Zustände, die krankheitsbedingt sein können, oder auch nicht. Im Deutschen fallen einem leicht zwei unterschiedliche Strukturen ein, wenn man solche Zustände ausdrücken will. Dies könnte in Form einer einfachen Possessivkonstruktion oder auch durch den Dativus Possessivus geschehen.
(1) Possessivstrukturen
(A) Einfaches Possessivum
Ich habe ein Auto.
Ich habe einen Hund.
Ich habe eine Brille.
(B) Possessiv des Befindens
Ich habe Kopfschmerzen.
Ich habe Magenschmerzen.
Ich habe Augenschmerzen.
Die Sätze des einfachen Possessivums in der Gruppe (A) drücken den normalen Sachverhalt der Possession aus, wobei eine Person ein Objekt als ein Eigentum in Besitz nimmt. Zu der Frage Wer hat ein Auto? kann nämlich die Antwort lauten Ich habe ein Auto. Auch eine Umformulierung der Frage als Wer besitzt ein Auto? kann genauso beantwortet werden, zwar mit bestimmten Feinunterschieden aber im Grunde gleich. In Bezug auf Gruppe (B) kann die Frage Wer hat Kopfschmerzen? mit Ich habe Kopfschmerzen beantwortet werden. Aber eine Frage wie Wer besitzt Kopfschmerzen? zeigt schon die Grenze zwischen der einfachen Possession und dem Possessivum des Befindens. Denn bei der einfachen Possession, was sie mit besitzen gemeinsam hat, kann eine Größe als ein absichtlich erworbenes Eigentum verstanden werden, aber für eine Krankheit gilt das nicht. Deswegen gilt für das Possessivum des Befindens nur das in Besitz nehmen als die Haupteigenschaft und nicht als Eigentum.
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Copyright (c) 2022 Chinedu Uchechukwu, Ifeyinwa Ezeorah

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